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meinungsstark

Generationenpakt kann schön sein

Hotel Mama. Die Mieten, die Boomer und ihre Kinder. Die Immobilien- und Mietpreise sind hoch. So hoch, dass Kinder auch dann noch bei Mama und Papa wohnen, wenn sie fast schon selbst Eltern sind“, taz vom 9. 2. 26

Liebes taz Team, so gerne dieses Narrativ von Boomer-Eltern und ihren Kindern als „Hotel Mama zum Nulltarif“ wieder und wieder hervorgeholt wird, muss ich doch an dieser Stelle widersprechen. Ich, Jahrgang 1964, wohne mit meinem ältesten Sohn (25) und seinem Freund (26) in einer WG.

Die Kosten werden selbstverständlich gedrittelt. Die Jungs waschen ihre Wäsche selbst und sind mittlerweile sehr ordnungsliebend. Ansonsten lässt je­de*r den anderen leben, mischt sich nicht ein, außer wenn um Rat gefragt wird. Ich koche für mich, und wenn ich Lust habe, für alle (kommt nicht oft vor und wird auch keinesfalls eingefordert). Lebensmittel kauft je­de*r für sich, wir haben uns nebenbei über die Aufteilung im Kühlschrank geeinigt. All das ohne Kampf und in einem gemeinsamen Selbstverständnis davon, einen gemeinsamen Raum zu teilen. Ich könnte mir keine bessere WG wünschen und frage mich, inwieweit da Erziehung schiefgelaufen sein soll. Es gibt den Wunsch, auszuziehen, was bis jetzt gescheitert ist an der Wohnungslage. Ich unterstütze den Wunsch, denn wer will schon forever mit Mama zusammenwohnen, auch wenn es gut läuft … Aber wie wäre es, auch mal positive Beispiele zu bringen, statt die immer gleiche Hotel-Mama-Story wiederzukäuen? Andrea Müller

Nicht alle Mütter wählen CSU

„Mütterrente: Jährliche 13,5 Milliarden Euro für CSU-Klientelpolitik“, taz vom 7. 2. 26

Ich bin 1984 im Studium mit meinem ersten Kind schwanger geworden, meine beiden „Kleinen“ habe ich 1995 und 1997 zur Welt gebracht. Als mein erstes drei Jahre alt war, habe ich eine Ausbildung gemacht.

Nach den Erziehungsurlauben habe ich Vollzeit weiter gearbeitet und für die ganze Familie das Haupteinkommen verdient. Seit zehn Jahren arbeite ich aus gesundheitlichen Gründen nur noch 75 Prozent.

Wegen meiner 50 Prozent Behinderung darf ich aber schon zwei Jahre früher in Rente gehen. Und da bin ich sehr froh, dass ich diese Mütterrente bekomme, sonst würden mir viele Beitragsjahre fehlen. Und wer selber Kinder hat, weiß, dass Betreuungsangebote (zumindest bei uns in Bayern) niemals ausreichen, um es beiden Eltern zu ermöglichen Vollzeit zu arbeiten in einem Beruf, der Präsenz erfordert, und zugleich Kinder zu erziehen.

Ja, wir Mütter sind kostspielig in der Rente, aber meine Kinder zahlen fleißig in die Sozialkassen ein, so dass ich diese Sozialneiddebatten wirklich satthabe. Ich denke, der Staat muss kassenfremde Leistungen finanzieren, und das wäre mit einer angemessenen Vermögenssteuer wirklich zu schaffen. Darüber sollte geredet werden. Und darüber, dass Frauen nach der Kinderpause ein Wiedereinstieg in den Beruf garantiert werden muss. Und übrigens habe ich in meinem ganzen, langen Leben noch nie die CSU gewählt.

Barbara Keller, Mainstockheim

Aus dem Tritt: Berlin und das Glatteis

Berlin braucht Salz“, 5 dinge, die wir gelernt haben, wochentaz vom 7. 2. 26

Berlin braucht kein Salz! Das Schnee- und Eischaos auf den Fußwegen ist nicht dem schon lange bestehenden Salzverbot auf diesen Flächen zu verdanken, sondern der chaotischen (Nicht-)Organisation des Räumdienstes.

Wenn alle Hauseigentümer ihren Räumpflichten nachgekommen wären, dann wären die Fußwege auch ohne Salz begehbar gewesen, Split ist hierfür völlig ausreichend.

Dringend notwendig ist statt einer Aufhebung des Salzverbotes – mit katastrophalen Folgen für die Straßenbäume – eine einheitliche Organisation des Räumdienstes für Fahrbahnen, Radwege und Fußwege, denn die Fahrbahnen waren überwiegend gut benutzbar. Berlin kann also auch Schnee- und Eisbeseitigung. Karsten Wessel

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