meinungsstark:
In der „Mitte der Gesellschaft
„Gemeinsam allein gelassen“, taz vom 9. 10. 25
Den Anschlag eines rechtsextremen Terroristen auf die Synagoge in Halle 2019 hat Christina Feist überlebt. Bei der Überwindung der Traumatisierung werden sie und andere Betroffene von deutschen Behörden im Stich gelassen. Frau Feist berichtet in der taz detailliert von ihren Erfahrungen mit dem Landesamt für Gesundheit und Soziales, mit dem Amtsarzt, dem ärztlichen Dienst, dem Opferhilfefond Sachsen-Anhalt und dem zuständigen Ministerium. In Gesprächen mit Betroffenen anderer Anschläge habe sie erfahren, dass „Betroffene rechter Gewalt bereits seit Jahrzehnten Ähnliches durchmachen“. Unter anderem erwähnt sie das Oktoberfestattentat 1980. Die Geschichte der Bundesrepublik ist eine Geschichte des Nicht-Wahrhaben-Wollens der Gefahren von rechts in ihren wahren Ausmaßen. Gleichgültigkeit gegenüber den Opfern rechter Gewalt ist da nur konsequent. Das ist erschreckend und sagt über den Zustand der Gesellschaft und deren „Mitte“ vielleicht mehr aus als die Wahlerfolge der AfD. Dietrich Manstetten, Münster
Auf die Armen – mit Gebrüll
„Irgendwie mehr Härte. SPD und Union haben sich auf Grundzüge der Bürgergeldreform geeinigt. Entscheidende Details sind noch unklar. Sicher ist: Arme bekommen mehr Probleme“, taz vom 10. 10. 25
Die SPD muss und will noch immer einen rosaroten Schein wahren, sich links geben und den Anwalt der kleinen Leute mimen. Wer kann das noch verstehen? Nur jene, die durch diese SPD-Kumpanei mit den Kapitalfraktionen noch nicht weit genug gefallen sind, noch zu wenig Verzicht zu üben hatten. „Teile und herrsche“: das erleichtert das Regieren, stabilisiert die Macht. Betrüger, Gauner, Profiteure und Schmarotzer ganz unten zu suchen, zu stigmatisieren und zu diffamieren, das lenkt davon ab, nach ganz oben zu sehen, wer dort und wie auf wessen Kosten lebt und Reichtum anhäuft ohne jede Arbeit und Anstrengung. Roland Winkler, Aue
Viele, die diese Unterstützung benötigen, sind zu jung (Kinder) oder zu alt (Senioren), um arbeiten gehen zu können. Viele, die diese Unterstützung benötigen, kümmern sich um genau diese Personen. Viele, die diese Unterstützung benötigen, sind zu krank, um arbeiten gehen zu können. Außerdem: Ohne Aus- oder Weiterbildung keine Arbeit. Meine persönliche Erfahrung: erst als ich solche Angebote bekommen habe, habe ich eine Arbeit gefunden. Ja, es gibt einige, die nicht arbeiten wollen. Die meisten meiner Kursteilnehmer wollten arbeiten und sind wie ich selbst dazu bereit, sehr weite Strecken zur Arbeit zu fahren. Elke Rosenberg, Bremen
Die Kriegsbomben? Made in USA
„Warum Trump nicht einmal Applaus verdient“,
taz vom 13. 10. 25
Er hat es wieder geschafft: Alle sprechen von seinem Friedensplan und die Epstein-Affäre gerät in den Hintergrund.
Name ist der Redaktion bekannt
Mitgefühl? Lieber umbenennen!
“Offizielles Gedenken zum 7. Oktober: Das Leid der anderen“,taz vom 8. 10. 25
Fällt auch anderen auf, dass das Wort ‚Mitgefühl‘ hier im Land nun endgültig durch das Wort ‚Empathie‘ ersetzt ist? Zunächst wurde Empathie wechselnd mit Mitgefühl gebraucht, aber nun ist das Mitgefühl nahezu verschwunden. ‚Empathie‘ zu verwenden, beinhaltet nach meinem Sprachempfinden mehr Abstand zum Subjekt, von dem jeweils die Rede ist, als das sehr deutlich nachvollziehbare ‚Mitgefühl‘. Ich unterstelle auch, dass ‚Empathie‘ gar nicht von allen so richtig verstanden wird. Diese Sprachentwicklung zeigt m. E., wie schlecht es bei uns um ‚Mitgefühl‘ steht. Das beschreibt der Autor des Kommentars, und es ist in vielen anderen, auch offiziellen Momenten, zu sehen. Das beschämt mich und macht mich traurig. Barbara Hartz-Bentrup, Bremen
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