meinungsstark:
Würde des Amtes
„Die taz hat News für Klöckner,
taz vom 18. 8. 25
Im Jahr 2011 nahm ich als Gast an einer Redaktionssitzung der taz teil (danke für diese gelungene Leser-Blatt-Bindung!). Eingeladen war damals auch Julia Klöckner. Sie hielt die Blattkritik zur Ausgabe des Vortags. Ungeachtet aller grundsätzlichen Unterschiede im politischen Spektrum war ihr Beitrag in meiner Erinnerung wohlwollend und differenziert. Schade, dass sie seither alle Maßstäbe über Bord warf und nunmehr ungehemmt polemisiert. Ihres Amtes zeigt sie sich damit unwürdig. Christoph Danelzik-Brüggemann, Düsseldorf
Im bunten Hinterland
„Wir machen laut hier, bis uns jeder hört“,
taz vom 25. 8. 25
Wegen des Narrativs, das manfrau dem blauen Vorpommern gerne entgegensetzen möchte: genau in dem Hinterland um Demmin herum finde ich seit vier Jahren regelmäßig im August die Tiefenentspannung, die früher „Urlaub“ bedeutete. Freilich hatte ich nach der Bundestagswahl kurz überlegt, ob das jetzt noch korrekt wäre. Aber erstens wurde ich an „der Tankstelle am Ortseingang“ auch heuer bedient, die abhängenden Jugendlichen ließen uns so, wie wir sie ließen. Zweitens hat ausgerechnet Rewe genau dort vis-à-vis (s)ein rotes Zeichen hingesetzt und nun bis 22 Uhr geöffnet, immerhin. Und/aber drittens bleibt unverändert das Problem, dass ich im Umkreis von mehr als 25 Kilometern dort nur samstags die einzige Wochentaz im einzigen Zeitungskiosk am diagonal genau anderen Ende der Hansestadt abgreifen kann, wenn ich früh genug da bin. Werner Schottenloher, Regensburg
Genderverbot
„Warum ich mich aus meiner Nationalsprache verabschiede“, taz vom 6. 8. 25
Gerade mal 30 Jahre ist es her, dass die damals der UN angehörenden 194 Staaten auf der Vierten Weltfrauenkonferenz in Peking mit einer Aktionsplattform das Konzept des Gender Mainstreaming in ihrer Politik zu verankern beschlossen. Die Bundesrepublik war auch dabei. In Kürze müsste die Bundesregierung ihren Bericht Peking+30 zur Umsetzung der Aktionsplattform an die UN liefern. Ob da die Genderverbote, die Bayern bis Bund nun regierungsseitig diktieren, einen Platz unter den Rückschritten bekommen werden?
Elke Schilling, Berlin
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen