: lily e. kay
Wer schrieb das Buch des Lebens?
Lily E. Kay ist Wissenschaftshistorikerin am Museum für vergleichende Zoologie der Harvard-Universität. Von 1993 bis 1997 begleitete sie als Historikerin im Rahmen des amerikanischen Human Genome Projektes die Entschlüsselung der menschlichen DNS. Ihre vorwiegend am Massachusetts Institute of Technology (MIT) durchgeführten Forschungen liegen jetzt als Buch vor: „Who Wrote the Book of Life? The History of the Genetic Code“, erschienen bei der Stanford University Press, 2000.
Ihre Untersuchung ist nicht die Rekonstruktion der Arbeitsweisen der an der Erforschung des genetischen Codes beteiligten Labors. Lily E. Kay geht es in ihrer – in vielen Teilen Michel Foucault verpflichteten – Analyse um das diskursive Feld, in dem sich die Wissenschaftler bewegen. Die Fragen zielen also auf die Ideen und Ideologien, die die Forscher und die Gesellschaften prägten und prägen, in denen die Wissenschaftler seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Bereich der Genetik zu arbeiten begannen. Die Rede vom genetischen Code erweist sich dabei ebenso sehr als ein Ergebnis kultureller und geisteswissenschaftlicher Begriffsbildungen wie naturwissenschaftlicher Erkenntnisse. Mit ihrer Studie zum Gencode führt sie ihre 1993 begonnenen Forschungen zur Geschichte der modernen Biowissenschaften fort. Damals erschien bei der Oxford University Press ihre Untersuchung „The Molecular Vision of Life: Caltech, the Rockefeller Foundation, and the Rise of the New Biology“.
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