kampferprobt: „Unser Land bewirtschaften wir kollektiv“
Die Philippinen sind ein Agrarland. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt in der Provinz. Gleichzeitig sind die allermeisten Bauern landlos. Um zu überleben, verdingen sie sich als Tagelöhner auf großen Plantagen.
Ich komme selbst aus einer Bauernfamilie und weiß, dass Frauen darunter am stärksten leiden. Denn sie müssen am Abend Essen auf den Tisch bringen. Damit ihre Kinder nicht hungern, suchen sie sich in immer weiter entfernten Städten Jobs als Aushilfen. Wer kann, geht ins Ausland, um dort als Krankenschwester oder Verkäuferin Geld zu verdienen. Das zerstört die Familienstrukturen vor Ort.
Als feministische Bauernorganisation gehen wir in die Dörfer, fragen Frauen, welche Probleme sie beschäftigen, und bilden sie weiter, damit sie sich für ihre Rechte einsetzen können. Wir organisieren Demos. Und manchmal besetzen wir auch Land, um es dann kollektiv zu bewirtschaften. Der Regierung, die am kolonialen System des Großgrundbesitzes festhält, versucht uns dann zu vertreiben, teilweise werden wir als Terroristen gebrandmarkt. Den Kampf für unsere Rechte führen wir seit Jahrzehnten – und haben dabei gelernt, dass wir ihn nur gut organisiert und solidarisch gewinnen können.
Cathy Estavillo, 62, ist Generalsekretärin der feministischen Bauernorganisation Amihan auf den Philippinen.
Protokoll: Mitsuo Iwamoto
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