piwik no script img

kampferprobt„Im Zweifel kämpfen wir mit der Polizei“

Das Leben als Frau auf dem Land, besonders hier in Bundelkhand, in Indien ist hart. Deshalb habe ich zusammen mit anderen Frauen 2006 die Gulabi Gang gestartet. Man erkennt uns an den pinken (auf Hindi: gulabi) Saris und Stöcken. Sie geben uns unseren Namen.

Wir kämpfen für Frauen und schützen sie, wenn sie von ihren Männern oder anderen Familienmitgliedern schikaniert werden und Gewalt erfahren. Wenn wir davon mitbekommen oder Frauen sich an uns wenden, konfrontieren wir die Täter öffentlich, wir stehen den Frauen wortwörtlich zur Seite und kämpfen im Zweifel auch mit der Polizei, wenn die nicht helfen will und Gewalt ignoriert. Wir prangern die vielen Missstände an und versuchen Frauen den Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Viele Frauen in meiner Gegend können nicht lesen. Anstatt zur Schule zu gehen, werden Mädchen zum Arbeiten gezwungen.

Ich glaube, wenn ich als Frau aus einem kleinen Dorf, die mit 12 verheiratet wurde, kämpfen kann, hat jede Frau das Potenzial, die Welt zu verändern.

Sampat Pal Devi, 68, hat die Gulabi Gang gegründet und ist bis heute Vorsitzende.

Protokoll: Adefunmi Olanigan

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 290 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen