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heute in hamburg„Spannende Umkehrung“

DIGITAL Öffentliches Gespräch über die Bedeutung einer „Smart City“ und ihre möglichen Wege

Ulf Treger

48, ist Grafikdesigner und Künstler. Er arbeitet zum Verhältnis von elektronischer Kommunikation und Öffentlichkeit.

taz: Herr Treger, was heißt Smart City?

Ulf Treger: Es ist ein relativ neuer Begriff, noch nicht genau definiert. Das ist kein wissenschaftlicher Begriff. Bei der Veranstaltung geht es gerade darum zu fragen: Was ist eigentlich eine Smart City? Welche Intentionen verbergen sich dahinter?

Welche Veränderungen wird man in Hamburg sehen?

Es wird sehr lange dauern, bis bis die Entwicklungen einer Smart City spürbar werden. Im Moment gibt es eine Kooperation zwischen der Stadt und dem IT-Dienstleister Cisco: Es geht um Prototypen, Pilotprojekte. Es ist aber ganz wichtig, vor solchen Projekten einen gesellschaftlichen Diskurs darüber zu führen.

Worauf sollte man achten?

Ich habe mich immer inhaltlich mit elektronischer Kommunikation und Öffentlichkeit beschäftigt. In diesem Fall ist es interessant, wie weit die Technologie in öffentlichen Räumen wirken und das Zusammenleben in Städten beeinflussen kann. Man muss sich fragen: Wer hat Interesse daran? Und wer Mitsprache?

Durch die Digitalisierung und Vernetzung urbaner Räume entstehen massenhaft Daten: Wie geht man mit der Frage des Datenschutzes um?

Das hängt davon ab, unter welchen Bedingungen die Daten erhoben werden und was damit gemacht wird. Es reicht nicht, nur auf ein Datenschutzsystem zu verweisen. Wenn wir über Digitalisierung reden, sollte die erste Frage sein: Was werden die BürgerInnen damit machen – nicht, was die Technologie kann. Das ist eine sehr spannende Umkehrung.

Wollen die Leute so etwas überhaupt?

Im Moment sieht es so aus, dass sie danach nicht gefragt werden. Man muss darüber sprechen: Wie wollen wir alle zusammen die Stadt entwickeln. Technologie ist nur eine Methode.

Gibt es die Gefahr, dass die Digitalisierung zu einer Art Entmündigung der Bevölkerung führt?

Die Gefahr besteht. Das ist aber nicht ein Problem der Technik, die verwendet wird, sondern der Bedingungen, unter denen diese angewendet wird. Es ist sehr wichtig, keine abstrakte Lösung zu entwickeln, sondern eine im konkreten Interesse der Stadt und ihrer BewohnerInnen.

INTERVIEW: ANNA DOTTI

Diskussion über die Smart City, veranstaltet von „city/data/explosion“, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, der Stadtkuratorin Hamburg und dem Internationalen Bildungszentrum „dock europe“: 20 Uhr, Bodenstedtstr. 16

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