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herzensortEin Wald für klare Gedanken

Raus aus dem Trubel Ehrenfelds, vorbei an der Uni, bis der Asphalt in Kopfsteinpflaster übergeht und die Stadt leiser wird. Ich stelle mein Rad im kühlen Schatten unter den Bäumen gegenüber vom Lindenthaler Tierpark ab. Nele wartet meistens schon.

Gemeinsam laufen wir dann unsere fünf Kilometer durch den Kölner Stadtwald. Über 200 Hektar ist er groß. Die Sonne bricht sich in den dichten Baumkronen und wirft tanzende Lichtflecken auf den Waldboden, die uns bei jedem Schritt begleiten. Manchmal übernimmt die Natur das Gespräch: das Zwitschern der Vögel, das Rascheln von Blättern unter unseren Sohlen und das beruhigende Plätschern der Kanäle und Seen, auf denen Enten und Schwäne schwimmen. Als Extrabelohnung wartet am Ende Diegos nostalgischer Eiswagen, der das erfrischendste Zitronen-Minz-Eis der Stadt verkauft.

Was ich am Stadtwald liebe: Alles, was eben noch erdrückend schien, schrumpft mit dem ersten Schritt auf den Wegen. Ich komme hierher, wenn der Kopf zu eng wird – und gehe mit dem Gefühl, dass da wieder genug Raum für meine Gedanken da ist. Lilli Messer

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