doku: Antifa heißt Widerstand
Junge Menschen widersetzen sich der Gründung der AfD-Jugend. „Generation Antifa“ begleitet sie
Die Medienberichterstattung über antifaschistischen Protest ist geprägt von reißerischen Szenen. Das gängige Narrativ über „die Antifa“ sind schwarz gekleidete, vermummte Aktivist*innen – der sogenannte Black Block. Dabei hat Antifaschismus viele Facetten.
In der kürzlich erschienenen Doku „Generation Antifa“ haben Maximiliano Dilger und Tobias Sylvan die Initiative „Schülis gegen rechts“ aus Dresden und die Berliner Ortsgruppe „Azubis gegen rechts“ ein halbes Jahr lang begleitet: Das überregionale Bündnis „widersetzen“ hatte zum Protest gegen die Gründung der AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ im vergangenen November mobilisiert.
Die Doku zeigt den aktivistischen Alltag: Sie organisieren Infostände, halten und besuchen Vorträge, machen Aktionstrainings. Anders als in vielen anderen Dokus wird das Videomaterial recht roh präsentiert. Es gibt keine Stimmen aus dem Off, keine Namenseinblendungen. Viel funktioniert über Sequenzen, die ohne Musik und ohne viele Schnitte auskommen, wodurch das Geschehen nicht künstlich dramatisiert wird. Die Doku folgt den Protagonist*innen auf ihrem Weg zum nächsten Plenum, man sieht ihnen beim Essen zu, in der Blockade in Gießen spielen sie Uno.
Was den Film sehenswert macht: Man lernt die Protagonist*innen und ihre Beweggründe sich zu organisieren kennen. Die Doku fängt den Mut der Jugendlichen ein, sich alltäglich dagegenzustellen und dafür auch Repressionen zu riskieren.
Sie zeigt die unverhältnismäßige Polizeigewalt bei der Räumung gegen die friedlich gegen die Gründung der „Generation Deutschland“ demonstrierenden Aktivist*innen. Aber sie zeigt auch die mit dem Aktivismus verbundene Stärke: „Auf einmal hast du so eine Gruppe von Menschen um dich herum, die wie ein Supportsystem funktioniert“, heißt es in der Doku.
Luzie Fuhrmann
„Generation Antifa“, auf Youtube
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