: die taz berichtet in 10 Jahren
Wer kennt sie nicht, die blauen Kästen mit dem LCD-Schirm und der Plexiglastonne voller Kleingeld darunter. Sie stehen auf Bahnhöfen, Flugplätzen und in Postämtern, seitdem ein genialer Soziologe die Idee hatte, es den mündigen Bürgern selbst zu überlassen, wer oder was von ihren Steuern finanziert werden soll. Unter dem Slogan „Einen Pfennig für die Zukunft“ kann selbst entschieden werden, ob das Geld kommunalen Verwaltungen, Politikern oder gar Rockstars zukommen soll. Auf dem Terminal-Screen erscheinen auf Wunsch die notwendigen Finanzierungsbeträge vom Straßenbau bis hin zur Suchtprävention, die Namen von Vereinen, von Kirchen, Sekten... bis hin zu der Möglichkeit, seinen eigenen Namen zusammen mit seinem Finanzierungswunsch einzugeben. Der Spender kann jeden Betrag ab einem Pfennig aufwärts einwerfen — und dazu Zieladresse und ggfs. auch den Absender angeben. Die Zentralrechner in Liechtenstein verbuchen und informieren dann über alle eingehenden Beträge. Experten gehen davon aus, daß insbesondere die völlig offene Art der Informationsbehandlung diesem System seinen Erfolg verschafft hat. „Der Wehretat ist inzwischen in fast allen Ländern völlig weggeschmolzen, nachdem die Leute dort die Etats ihrer ,Gegner‘ eingesehen haben“, berichtete einer der Supervisors. A. Khammas
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen