die sportskanone:
Schweres Fußballerbe
Es wird von spontanen, lautstarken Gefühlsausbrüchen auf den Tribünen in Marokko berichtet. Und zwar beim Afrika-Cup, wenn Luca Zidane das algerische Tor hütet. Grund für die Jubelausbrüche ist jeweils das Erscheinen von Zinédine Zidane auf den Stadionbildschirmen. Der französische Weltmeister von 1998 und mehrfache Weltfußballer verfolgt die Spiele seines Sohns vor Ort. Das Stadionpublikum ist berauscht, wenn der hohe Besuch von der Stadionkamera eingefangen wird. „Wenn ich spiele, bin ich Luca, nicht Zidane.“ Gesagt hat das Luca Zidane, als er dank seines berühmten Vaters im Mai 2018 sein Profidebüt im Tor von Real Madrid feiern konnte. Denn Frankreichs größter Fußballer Zinédine Zidane war zu der Zeit praktischerweise Trainer von Real. Die Worte von Zidane Junior spiegelten bereits damals eher eine Sehnsucht als die Realität. Es habe schon zu seiner Kindheit gehört, mehr Kritik ausgesetzt zu sein als andere, berichtete Luca Zidane. Seine Karriere schien sich dann wie die seiner drei Brüder eher auf den kleinen Bühnen abzuspielen. Beim spanischen Zweitligisten Granada ist der 27-Jährige angestellt, als kurz vor dem Afrika-Cup das algerische Nationalteam wegen seiner nordafrikanischen Wurzeln anfragte. Bei seinen drei Turnierspielen hat er nicht ein Tor kassiert. Bleibt das so in der Partie gegen Nigeria am Samstag, steht Luca Zidane im Halbfinale. Was für ein imposanter später Aufstieg! 1,83 Meter ist er nur groß, seine Stärke das Spiel mit dem Ball. Luca ist eben doch ein Zidane. (jok)
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