: der neue: wolfgang herrmann
Vom Ehren- zum Verbraucherschützer
Der neue oberste Verbraucherschützer Bayerns bekleidet seit 1985 den Lehrstuhl für Anorganische Chemie an der TU München. Seit 1995 ist er deren Präsident. Herrmann, der als enger Vertrauter Stoibers gilt, hat vor zwei Jahren Aufsehen erregt: Als Präsident der TU München gab er einer Veranstaltung des „Wiener Korporations-Ringes“ (WKR) den so genannten Ehrenschutz – und musste sich danach von den Grünen vorwerfen lassen, er halte nicht die nötige Distanz zu rechtsradikalen Organisationen. Im WKR, einem Dachverband von 18 Burschenschaften, findet sich auch „Olympia Wien“ – eine Vereinigung, die es zu der zweifelhaften Ehre gebracht hat, in den Bericht des Hamburger Landesamtes für Verfassungsschutz aufgenommen zu werden: „Auf dem Burschentag 1991 in Eisenach fiel ,Olympia Wien‘ durch ihre Forderung nach geeigneten Maßnahmen zur sofortigen Beendigung der ,Unterwanderung des deutschen Volkskörpers durch Ausländer‘ auf.“ Ebenso zum WKR gehört die „Teutonia“, nach dem „Handbuch des Österreichischen Rechtsextremismus“ eine „Hochburg der militant-rechten Wiener Szene“. Seine Magnifizienz hielt es für eine „schlimme Entgleisung“, ihm Nähe zu „rechtsradikalen Organisationen“ zu unterstellen: „In Anbetracht des länderverbindenden Charakters“ der Veranstaltung sah Herrmann, „keinen Grund, die Einladung auszuschlagen.“ KUZ
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