das wetter: Ungünstige Diagnose
Zwar war im Verkehrsfunk vor zwei herrenlos driftenden Packeisfeldern in Bahnhofsnähe gewarnt worden, doch hätte Norma niemals damit gerechnet, dass die tonnenschweren Herumtreiber bei ihr aufkreuzen würden. Immerhin wohnte sie im vierten Stock. „Horst-Salamander! Edomir!“, erkannte sie ausgerechnet ihre beiden schmierigsten Nennonkel aus längst vergangenen Tagen als Nummerngirl beim Großfigurenschach. „Ja, Servus“, salbaderten die eiskalten Zocker und wollten wissen, ob Norma eventuell liquide wäre. Die Matrone im Außendienst a. D. verneinte, doch als die Schurken die ungünstige Diagnose eines Glaziologen vorlegten, die ihnen ein nahes Ende voraussagte, ließ Norma sich erweichen und kaufte den beiden ein Eis. Horst-Salamander entschied sich für eine Kugel Vanille, Edomir für die Geschmacksrichtung Schelf.
Gemeinsam für freie Presse
Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen