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das wetter

Schneestumm

Das Schneeglöckchen war so stumm, wie nur eine Landschaft unter Schnee still sein konnte. Doch lang, lang war es her, dass Schnee gefallen war, und so musste das traurige Glöckchen seinen Dienst versagen. So sehr wünschte es sich doch, zart klingend die Menschen zu erfreuen, dass der Zauberstaub des Klangs in den Ohren glitzerte. Bittere Tränen flossen an ihrem gewölbten Glas herab. Bis Schmalenbach vorbeitaperte. Der Emissär des Abseitigen kam gerade von seiner täglichen Mission und wollte aus der Kälte ins Warme huschen. Sein ungelenkes Laufen auf dem unebenen Terrain wirkte wie das weit ausholende Schreiten eines Camping-Klappstuhls. Ein Anblick, der das Glöckchen hell aufkichern ließ, und wie aus einer Wolke heraus rieselte ein herziges Gefühl über Schmalenbach und das Schneeglöckchen. So ließ sich der dunkle Winter gut überstehen.

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