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das wetter

Glitterporno

So ganz knusprig war Mario Weiland nicht mehr. Fettig lagen die Strähnen um seinen Klotzkopf. Wann er zuletzt beim Friseur gewesen war, wusste er selbst nicht. Sabbel, wie ihn seine wenigen Freunde nannten, weil sein Lieblingsspruch „Sabbel nich!“ war, hatte gerade erst seinen eingeschnürten Wanst aus dem viel zu engen Gürtel befreit. Dabei überkam ihn ein bettelnder Hund, eine schier unfassbare Idee, die sein Leben wieder einmal veränderte. Dem eisigen Schauer folgte ein kurzer heißer Schock, der ihn aufheulen ließ wie eine schnorrende Töle. Dabei hasste Sabbel Hunde. Aber sein Leben änderte er trotzdem jeden Tag einmal. Jaulend. Und so schlurfte er mit seinen besockten Sandalen durch die Ladentür von „American Nails“ für eine Neumodellage seiner Fingernägel. Pornoschaufeln mit Glitter wollte Sabbel immer schon haben.

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