piwik no script img

das wetter

Bananenclan

Lala Miranda-Zampano hatte die meisten Nichten und Neffen, Cousins und Cousinen der Welt. Oder zumindest der Philippinen. Oder wenigstens von Luzon. Schließlich war sie Pinay und hatte Verwandte wie andere Nadeln im Meer oder Sand im Heuhaufen. Und alle sangen sie Karaoke. Am Morgen, am Mittag, am Abend und in der Nacht, aber auch zu allen anderen Zeiten. Immer gemeinsam und immer wenn ihnen danach war, und es war ihnen eigentlich immer nach einem tränenreichen Song, der sie innerlich ergriff. Ihr Lieblingslied hieß „Sailing“. Wobei sie mit Inbrunst statt „sailing“ stets „saging“ sangen, was Banane hieß. Weshalb die weitverzweigte Familie auch von allen in Manila nur der „Bananenclan“ genannt wurde. Lala Miranda-Zampano liefen dann jedes Mal die Lachtränen über die Wangen, bis ihr Make-up zerfloss und sie aussah wie Rod Stewart.

Gemeinsam für freie Presse

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen