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das portraitKünstler Bernhard Wolff spricht auf der Bühne rückwärts

Sträwckür echerpsch chi dnu Drahnreb Fflow nib chi, Ollah!

Dies ist kein Fülltext, sondern eine Bühnenshow von dem Rückwärtssprech-Künstler Bernhard Wolff. Er spricht nämlich Wort für Wort rückwärts.

Wozu das gut sein soll? „Es ist eine Brücke, um kindliche Kreativität wieder zu aktivieren“, sagt der Moderator und Businesscoach. „Ohne sinnlose Dinge zu tun, kommen wir nicht beim Sinn an.“ Anders gesagt: Er möchte in seinen Bühnenshows das Publikum, entschuldigen Sie: sad Mukilbup, dazu bringen, spielerisch zu werden und damit das kreative Denken zu triggern. Rückwärtssprechen ist für ihn eine mentale Übung.

Dabei versteht man ihn selten, denn er spricht komplette Nummern von der Pointe bis zur Begrüßung von hinten. Eine Kamera zeichnet alles auf und spielt die ganze Szene rückwärts ab – erst dann wird verständlich, was er gesagt hat. Das ist ein bisschen verrückt und manchmal sehr witzig, wenn er beispielsweise „tcham Nenanab“, also „Bananen macht“: Dabei entsteht aus seinem Mund, wortreich kommentiert, eine vorwärts gegessene Banane, deren Schale er nachher „zusammenklebt“.

Dabei stellt er sich die Sätze geschrieben vor und „liest“ sie ab. Es reicht aber nicht allein, die Wörter von hinten zu „lesen“, er muss auch die Aussprache und Betonung verändern, damit seine Methode funktioniert. So spricht er das Anagramm „Otto“ dann als „Oo-th-o“.

Begonnen hat alles mit dem lustigen Ort „Frodsleckots“, das nördlich von Lübeck liegt (manche kennen ihn auch als „Stockelsdorf“). Hier ist der Lübecker Bernhard Wolff aufgewachsen. Im kreativen Alter von acht Jahren hat er das Rückwärtssprechen für sich entdeckt und dann immer mehr professionalisiert.

Seine erste Begegnung mit dem großen Entertainment war ein Straßenverkäufer, der in der Innenstadt Kartenzauber vorführte. „Ende der 70er Jahre kannte ihn in Lübeck jeder“, sagt er. Er erzählt, wie er von seinen Eltern Geld bekommen hatte, um ein Hühnchen zu kaufen: „Das habe ich dann stattdessen für ein Set Zauberkarten ausgegeben.“ Wahrscheinlich hat er dafür Ärger bekommen. Die Eltern wussten ja nicht, dass es der Beginn seiner Bühnenkarriere war. Friederike Grabitz

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