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brief des tages

Zunehmende Kriminalisierung

Wegsperren, wegschicken“,

taz vom 30. 1. 25

Der Autor berichtet beispielhaft von einem aus Syrien geflüchteten jungen Mann, der im letzten Jahr in Thüringen Asyl suchte und in Abschiebehaft geriet. Allein die Wortwahl: Abschiebung und Abschiebehaft beschreibt die zunehmende Kriminalisierung Geflüchteter seit den 1990er Jahren. Es ist eine menschliche Katastrophe, wie die vor Gewalt und Krieg Geflüchteten in einem Staat, der sich als demokratischer Rechtsstaat versteht, behandelt werden.

Es gäbe andere Möglichkeiten, zum Beispiel eine bessere engmaschige echte Betreuung und Hilfe, damit jemand, der oder die alles verloren hat, hier ein neues Leben beginnen kann, ohne dass er oder sie sich aus Verzweiflung umbringen oder erst kriminell werden muss. Das kostet natürlich finanziellen und personalpolitischen Einsatz, sowohl professionell als auch freiwillig, aber ich denke, es lohnt sich für beide Seiten. Natürlich muss an den Grenzen genau hingeschaut werden, wer da kommt und warum. Aber geflüchtete Menschen einzusperren ist schwarze Pädagogik für Erwachsene und menschenverachtend. Inge Wessels, Berlin

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