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brief des tages

Ein Zuhause für alle? Nichts als Sozialromantik?

„Was für ein Bamf!“, taz vom 26. 5. 18

Die Kriterien der Abschottungsliebhaber sickern in unsere Hirne und Herzen: Ja, aber nicht für Wirtschaftsflüchtlinge, nicht für Straftäter, nicht bei sicheren Herkunftsstaaten; ja, wenn der Flüchtling nicht seine Identität verschleiert oder sonst wie geschummelt hat; ja, wenn er sich nicht in die soziale Hängematte legt, nicht über einen sicheren Drittstaat eingereist ist … also im Zweifelsfalle: nein. Seit dem Wir-schaffen-das hat eine deutschtümelnde und nationalistische Minderheit mit einer geschickten Kampagne die öffentliche Stimmung zu kapern versucht, mit gewissem Erfolg.

Der Fokus der Betrachtung hat sich von der Situation der Flüchtlinge auf den Abwehrkampf der Eingeborenen verschoben. Jene, die sich gerne Realisten nennen, halten die Wochen der Willkommenskultur mittlerweile für linksideologische oder sozialromantische Verblendung. Ich widerspreche: Es war der Wunsch und die Hoffnung, das Leben, nicht nur das der Flüchtlinge, sondern auch das der sie Aufnehmenden, lebenswerter zu machen. Wer das für Ideologie oder Romantik hält, der hat schon vor dem Ewiggestrigen kapituliert. Peter Neuwerth, Hinterzarten

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