aura: Elliot Anderson, der Rekordtransfer, den kaum einer kennt
Die Transfersummen im Fußball haben sich radikal gewandelt. Einst galten Millionentransfers als Sensation. 1976 sorgte Roger van Gool für Schlagzeilen, als er als erster Spieler der Bundesliga 1 Million D-Mark kostete – beim Wechsel zum 1. FC Köln. In den 90er Jahren beschleunigte die Kommerzialisierung den Markt: Stars wie der brasilianische Ronaldo wechselten für rund 25 Millionen Euro.
In den 2000ern explodierten die Summen weiter. 2001 zahlte Real Madrid für Zinedine Zidane 77,5 Millionen Euro – damals unvorstellbar. Zwölf Jahre später durchbrach Gareth Bale die 100-Millionen-Euro-Marke, ebenfalls bei Real Madrid. Heute sind solche Beträge Alltag: 16 Spieler haben diese Grenze bereits überschritten. Lange zahlten Vereine solche Summen nur für die größten Superstars – Beträge, mit denen man eine Kleinstadt sanieren könnte.
Doch inzwischen kennt der Durchschnittsfan die Namen vieler 100-Millionen-Transfers nicht einmal mehr. Elliot Anderson ist ein Beispiel dafür. Seit der Weltmeisterschaft ist der zentrale Mittelfeldspieler einigen ein Begriff. Unter Thomas Tuchel spielt er eine Schlüsselrolle. „Er ist ein Topspieler, das Gesamtpaket“, lobte Tuchel den 23-Jährigen.
Trotzdem bleibt Anderson außerhalb Englands weitgehend unbekannt. Noch in der letzten Saison spielte er bei Nottingham Forest, das knapp dem Abstieg entging. Sein Wechsel zu Manchester City für 135 Millionen Euro markiert eine neue Dimension des Transferwahns. Damit wird er zum teuersten englischen Spieler der Geschichte und übertrifft selbst Stars wie Jude Bellingham oder Harry Kane.
Lange stand nicht fest, ob Anderson überhaupt für die Three Lions spielen würde. Alles deutete darauf hin, dass er es nicht tun würde. Wie bei den meisten europäischen Fußballfans blieb Anderson auch in der englischen Nationalmannschaft unbemerkt. Zunächst spielte er für schottische U-Nationalteams, das Land seiner Großmutter.
Auch für die A-Nationalmannschaft Schottlands sollte er auflaufen – so sah es der Plan vor. Im September 2023 stand er erstmals im Kader, sein Einsatz im EM-Qualifikationsspiel gegen Zypern galt als sicher. Doch eine Verletzung verhinderte den Auftritt, der ihn endgültig an Schottland gebunden hätte.
Zwei Jahre später debütierte er stattdessen für England – und nun zählt er bei seiner ersten Weltmeisterschaft zum Stammpersonal. Rico Setz
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