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Zurück in die Zukunft

■ Perspektive für eine Anti-Repressions-Strategie gesucht

Eine kurze Meldung über ap, ein paar Schlagzeilen in der Boulevardpresse - die Räumung des besetzten Hauses in der Körnerstraße ist für die MacherInnen der öffentlichen Meinung ein Routine-Ereignis. Ruhestörung beendet Hausbesetzung - das wird als der wenig phantasieanregende polizeiliche Normalfall kurz und gelangweilt abgehakt. Die Normalität, mit der das Ereignis abgehandelt wird, ist dabei der Skandal. 69 Leute wurden wegen „Ruhestörung“ verhaftet, auf die Wache transportiert, teilweise brutal zusammengeschlagen. Eine Massenverhaftungsaktion in bayerischen Dimensionen - nur daß heute niemand mehr ungewöhnlich findet, was vor sieben Jahren anläßlich der Polizeiaktion im Nürnberger KOMM Entrüstungsstürme entfacht hat. Mit der „Wende“, die für alles mögliche herhalten muß, ist dieses geduldige Desinteresse nicht zu erklären: Köln wird seit Jahren schon von denen regiert, die uns heute als die Hoffnungsträger der zivilen Gesellschaft präsentiert werden - von Sozialdemokraten.

Wie brisant die Mischung aus zielstrebig und überaus rasch vorangetriebener Repression - im Polizeialltag und auf der Gesetzesebene - und vor sich hin dösender demokratischer Öffentlichkeit sein kann, hat sich in Folge der Verhaftungswelle im Rhein-Main-Gebiet gezeigt. Da bleibt der Linken, angesichts des betonten Desinteressess der bürgerlichen Kräfte an den bürgerlichen Freiheiten, um den bedrohlich zusammengestutzten politischen Handlungsspielraum diesseits der Illegalität wieder zu erweitern, nichts anderes übrig, als eine Perspektive für den mühseligen Kampf gegen die Repression zu entwickeln, die über den jeweiligen Einzelfall - hier die Körnerstraße, da die Anti-IWF -Vorbereitungsarbeit, dort eine Anti-AKW-Demo hinausreicht.

Oliver Tolmein

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