: Zum Dev-Yol-Prozeß
■ „Normale Leute“ sollen als Beobachter nach Ankara
Am Wochenende sind sie losgefahren, jetzt sitzen sie schon in Ankara im Gerichtssaal: Zehn Leute aus Norddeutschland, die den Prozeß gegen die Organisation „Devrimci Yol“ (Revolutionärer Weg) in der türkischen Hauptstadt beobachten wollen. Einziger Bremer Teilnehmer: der Rechtspraktikant und Berater vieler Asylbewerber, Albert Timmer.
Der „zentrale Dev-Yol-Prozeß“, der bereits 1983 begann, wird am heutigen Mittwoch mit den Verteidigungsreden der Angeklagten fortgesetzt. 723 Menschen stehen vor Gericht, fast alle wegen ihrer revolutionären Tätigkeit in den Jahren vor dem 1980er Militärputsch. Gegen 74 von ihnen haben die Staatsanwälte die Todesstrafe beantragt.
Die norddeutschen Prozeßbeobachter wollen keine Prominenten -Delegation, sondern „ganz normale Leute“ sein. Eingeladen sind sie vom türkischen „Menschenrechtsverein“, der von den Verwandten der Inhaftierten und von türkischen Intellektuellen getragen wird. In Ankara werden sie bei den Verwandten von Inhaftierten wohnen.
Der „Initiativkreis zur Unterstützung der politischen Gefangenen in der Türkei und Türkei-Kurdistan“, der über die Reise informierte, ruft auch alle Türkei-Touristen auf, den Prozeß zu besuchen, wenn sie in Ankara sind. Man braucht nur seinen Paß abzugeben und muß sich eine Durchsuchung gefallen lassen, dann kann man in den Zuhörer-Raum des Gerichtssaals. Nähere Informationen: Telefon 0511/34 24 67 oder 0471/32 52 29.
mw
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