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Zu gut für Fischstäbchen

Unternehmen liefert Wale bis an die Haustür

Walfoto: ap

Die Deutschen sind inzwischen völlig walsinnig! Nach dem Tod des zuvor an Ostsee-Gefilden gestrandeten Buckelwals lässt das Thema hierzulande niemanden mehr kalt und ist sogar bis in die Lebensmittelbranche vorgedrungen: „Too Good To Go liefert gerettete Wale direkt nach Hause“, verkündete am Dienstag eine Firma, die nach eigener Aussage „mit unterschiedlichen Lösungen gegen Lebensmittelverschwendung vorgeht“. Einen bedauernswerten Wal schnöde als Lebensmittel zu bezeichnen, ist das eine, aber ihn gleich vor die Haustür irgendeines Bestellers zu karren, schlägt dem Fass die Krone ins Gesicht. Immerhin wog das Timmy genannte Tier satte zwölf Tonnen! Wer soll denn das alles essen? Auch wenn es, wie Too Good To Go betont, „Top-Qualität zum kleinen Preis“ ist. Trotzdem sollten solche Meeresbewohner doch besser wie gewohnt in die Fischstäbchenproduktion gegeben werden. Käpt’n Iglo wird schon eine schmackhafte Lösung für den Wal finden. Halt! Stopp! Ein Fehler! Ein krasser Verleser! „Too Good To Go liefert gerettete Ware direkt nach Hause“, heißt es in dem Werbeschreiben korrekt. Wir sind auch längst des Walsinns bunte Beute.

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