: Youtuber Machère soll zahlen
Eine Verhandlung vor dem Hamburger Landgericht wegen Vortäuschung einer Straftat und Amtsanmaßung fiel am Mittwoch aus – der Youtube-Star Leon Machère hat sich kurzfristig krank gemeldet
Von Yasemin Fusco
Der Youtube-Star Leon Machère ist am Mittwoch nicht zu einem Gerichtstermin am Landgericht Hamburg erschienen. Er meldete sich kurzfristig krank. Die Staatsanwaltschaft hat einen Strafbefehl über 150 Tagessätze à 250 Euro erlassen, gegen den er Einspruch einlegen kann.Damit droht Machère eine Gesamtgeldstrafe über 37.500 Euro.
Bundesweite Bekanntschaft hat er durch seine sogenannten „Pranks“ auf Youtube erhalten, indem er vorzugsweise Autoritätspersonen einen Streich spielt und diese Videos auf Youtube hochlädt.
Angeklagt war Machère wegen einer Provokation gegenüber der Polizei in der Hamburger Innenstadt im vergangenen Jahr. Machère, der mit bürgerlichem Namen Rustem Ramaj heißt und albanischer Herkunft ist, täuschte den Beamten vor, Wände mit Farbe anzusprühen. Nach dem Eingreifen der Polizei stellte sich heraus, dass es sich um Kältespray gehandelt hatte. Die Staatsanwaltschaft leitete ein Verfahren wegen Vortäuschung einer Straftat ein.
Ein halbes Jahr später fiel der 26-jährige Hamburger der Polizei erneut auf. Machère veröffentlichte ein Video, in dem man ihn in einem weißen Auto mit Martinshorn durch die Stadt fahren sieht. Einige Passanten hielten den Streich für einen echten Polizeieinsatz und folgten den Anweisungen, die Hände hoch zu heben, sich auszuziehen und einen Atemalkoholtest durchzuführen. Der Scherz brachte Machère ein Verfahren wegen Amtsanmaßung ein.
Im Mai dieses Jahres stand Machère erneut mit dem Gesetz in Konflikt und wurde zu einer Zahlung von 32.500 Euro wegen Polizisten-Beleidigung vom Amtsgericht Augsburg verurteilt.
Leon Machères Videos werden millionenfach angeklickt, überwiegend von jüngeren Nutzern. Auf seinem Youtube-Kanal hat er über 2,2 Millionen Abonnenten. Dass er mit diesem Strafbefehl zweifach vorbestraft ist und zum wiederholten Male eine hohe Geldsumme zahlen muss, dürfte der Youtube-Star angesichts seines Erfolgs in Kauf nehmen.
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen