: Wohnen im Glück
Die Akademie der Künste präsentiert eine Ausstellung über modernen Urbanismus
Stadtlandschaften bestimmen maßgeblich das Lebensgefühl der sie bevölkernden Menschen. Wir wohnen in urbanen Konglomeraten, deren Ausdruck, mehr oder weniger freiwillig, auch der unsrige ist, in Häusern, die oft an Schachteln oder an Schließfächer erinnern.
Die moderne Großstadtanlage hat sich in der Mitte des letzten Jahrhunderts neu definiert.Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges ging der Neu- und Umbau von „Stadt“ mit einer Vorstellung und einem Versprechen von Glück einher. Der Westen betonte die Freiheit, der Osten hingegen die Gleichheit der Masse. Überall in Europa befassten sich die Planer vor allem mit dem kollektiven Glück. Staatliche Projekte suchten das Wohl des Durchschnittsbürgers.
Die Ausstellung „Glück Stadt Raum“, die am Sonntag in der Akademie der Künste eröffnet, fokussiert die komplexe Beziehung zwischen Architektur, Urbanismus und Lebensgefühl. Dazu behandelt sie die Entstehung, Aneignung und Verwandlung von dreiundreißig Orten aus verschiedenen Teilen Europas und versammelt die Zeichen „guten Lebens“: architektonische Modelle, Skizzen und Pläne, Gemälde, Grafiken, Filme, Fotos und Objekte der täglichen Nutzung.
Die Wohnsiedlung der Fiat-Werke in Turin wird ebenso unter die Lupe genommen wie die Prager Straße in Dresden, die Gartenstadt Tapiola im finnischen Espoo, der Moritzplatz in Berlin oder das Haus der Feiern in Tiflis. In all diesen Beispielen kann man einer Spur folgen, die Le Corbusier, ein Meister des modernen sozialen Wohnungsbaus, legte, als er sagte: „Ein Städtebau, der es sich zur Aufgabe macht, das Glück zu schaffen und das Unglück zu verbannen, das wäre eine Wissenschaft.“
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