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Wie die Pimpernellen

Umfrage sucht nach veganen Sexpraktiken

Bislang glaubte die Fach- wie Pflanzenwelt gesundheitliche oder ethische, jedenfalls vergeistigte Faktoren seien ursächlich für die Hinwendung des Menschen zur veganen Ernährung. Doch so hehr ist die Pflanzenfresserei nicht! Die Gemüselust ist so untenrum wie die fett sublimierende Fleischeslust. Das sollen „zen­trale Ergebnisse einer groß angelegten Umfrage“ beweisen, bei der „2.100 vegan lebende Erwachsene“ von der „Kennenlernplattform Gleichklang“ nach allen Regeln der Meinungsforscherkunst durchgeorgelt wurden, bis sich 38,9 Prozent aller Brokkoleure und Saladisten zu einer „vegansexuellen Präferenz“ bekannten. Dies bedeutet allerdings nicht, dass die Probanden Erfüllung im Gemüsebeet suchen oder sich auf den scharfen Radi einen abhobeln, vielmehr goutieren vegan Liebende im Bett kein „fetischhaftes Wurstgefresse“, das spätestens nach Robert Habecks Ferndiagnose als Kink der Reaktion gilt. So verabscheuen Phytophile Sexualpartner mit Wurstgeschmack auf den küssenden Lippen und teilen demnach einer Amour fou mit Markus Söder und anderen Bratmaxen eine Absage. Richtig versaut klingt das nicht. Womöglich pimpern geile Grünkernlinge einfach wie die Pimpernellen, während sich karnivore Pottsäue lieber in Ferkeleien ergehen.

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