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Wider das Vergessen

■ Stiftung „Die verbrannten und verbannten Dichter“ gegründet

Düsseldorf (taz) – Das PEN- Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland und die in Wuppertal ansässige Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft (ELG) haben gestern um Unterstützung für die neugegründete Stiftung „Die verbrannten und verbannten Dichter“ aufgerufen. Mit der Stiftung soll nach den Worten des Autors Jürgen Serke „erstmals in Deutschland der Versuch gemacht werden, den literarischen Widerstand gegen zwei Totalitarismen darzustellen“. Sarah Kirsch, Günter Grass, Johannes Mario Simmel, Ralf Giordano, Wolf Biermann und andere unterzeichneten den Aufruf. Darin heißt es: „Zur Darstellung des literarischen Widerstandes gegen die Unfreiheit gehört unverzichtbar die dem nationalsozialistischen Totalitarismus folgende Zeit der SED-Diktatur in der DDR. Dabei geht es nicht um Gleichsetzung zweier Diktaturen, aber um Vergleiche, in welcher Form Unterdrückungsmechanismen von einem Regime genutzt wurden, das den Antifaschismus für seine Zwecke instrumentalisierte.“

Mit dem Stiftungskapital soll auch ein „Centrum für die verfolgten deutschsprachigen Dichterinnen und Dichter“ gegründet werden. Die InitiatorInnen hoffen, daß das Zentrum zu einem Ort der Auseinandersetzung mit deutscher Vergangenheit und Gegenwart wird. Man wolle „kein verstaubtes Buchmuseum“, so Hajo Jahn von der ELG, sondern ein – ausschließlich durch Spenden finanziertes – „lebendiges Zentrum“, um dem „Vergessen und Verdrängen der Vergangenheit entgegenzuwirken und um Intoleranz, Rechtsextremismus, Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus zu bekämpfen“.

Den ersten Eklat gab es gestern auch schon. Aus Ärger über seine MitinitiatorInnen blieb der Erfolgsautor Simmel der Pressekonferenz fern. Simmel hatte sich am Abend zuvor mit PEN-Präsident Fitz Beer über die Wiedervereinigung des PEN in Deutschland mächtig gestritten. Walter Jakobs

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