: Werbespot im Hörsaal
■ Wie die TU Dresden Geld verdient
Dresden (AFP/taz) – Erstmals ist eine Vorlesung an der Technischen Universität (TU) Dresden durch einen Werbespot unterbrochen worden. Wie TU-Pressesprecher Rolf Sanders am Dienstag in Dresden mitteilte, wurde in einer betriebswirtschaftlichen Vorlesung vor mehr als 500 Studenten 20 Sekunden lang für einen japanischen Camcorder-Hersteller geworben. Die Firma werde für insgesamt fünf Werbe-Einblendungen in den kommenden Wochen 5.000 Mark bezahlen, die in die Fakultätskasse fließen sollen.
Mit dem Experiment wolle der Dozent Harald Schaub an den Universitäten eine Diskussion über Wirtschafts-Ethik in Gang setzen, sagte Sanders. Das Echo auf den innovativen Ansatz sei überwiegend negativ. So befürchteten Vertreter anderer Universitäten einen „Einbruch des Kommerzes in eine der letzten werbefreien Inseln der Gesellschaft“, sagte Sanders.
Der TU-Verwaltungschef, Kanzler Alfred Post, könne sich allerdings nicht mit dem Gedanken anfreunden, daß die Finanzlage der Hochschulen durch das Einblenden von Spots während der Vorlesung verbessert werden könne, räumte Sanders ein. Nach Ansicht Posts könne es nicht angehen, daß die TU Dresden auf den Level eines primitiven Privatfernsehens absinke.
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