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Wer war alles „Sekretär“ der Stasi?

Hamburg (afp) — Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) der früheren DDR hat nach Informationen des 'Stern‘ in mehreren Fällen verschiedene Inoffizielle Mitarbeiter (IM) unter gleichlautenden Decknamen geführt, was jetzt offenbar zu Verwechslungen führt. Prominentes Opfer sei der brandenburgische Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD), der bei der Stasi-Kirchenleitung als „IM Sekretär“ registriert war, berichtete das Blatt am Montag vorab. Gleichzeitig habe auch die für Wirtschaft zuständige MfS-Abteilung XVIII einen Spitzel unter gleichem Namen, der mit Stolpe nicht identisch sei. Stolpe geriet durch die Decknamen-Gleichheit in Verdacht, er sei von der Stasi entlohnt worden.

Der stellvertretende Leiter der Gauck-Behörde, Hansjörg Geiger, habe bestätigt, daß es bislang keine Hinweise dafür gebe, daß Stolpe Geldzuwendungen von dem MfS erhalten habe. Tatsächlich sei ein „Operativgeldbetrag“ in Höhe von 250 Mark an den von MfS-Offizier Gerd Linke geführten „IM Sekretär“ der Stasi-Volkswirtschaftsabteilung gegangen.

Zu doppelten Decknamen sei es gekommen, weil das MfS ein Heer von 100.000 Spitzeln tarnen mußte, so der 'Stern‘. Auf einen ähnlichen Fall sei auch der DDR-Bürgerrechtler Ralf Hirsch in seinen Akten gestoßen. Nach Hirschs Angaben haben weitere ehemalige Oppositionelle Decknamen gefunden, die offensichtlich bis zu drei- oder viermal vergeben worden waren.

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