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Wer tritt an? Was kommt?

taz | Sämtliche Umfragen ergeben, dass Taiwans derzeitige Regierungspartei KMT an diesem Samstag nach acht Jahren abgewählt wird. Für die oppositionelle Demokratische Fortschrittspartei (DPP) mit ihrer Spitzenkandidatin Tsai Ing-wen wollen 45 Prozent der befragten Taiwaner stimmen, für ihren KMT-Konkurrenten Eric Chu nicht einmal 16 Prozent. An dritter Stelle kommt James Soong, ein ehemaliger KMT-Spitzenpolitiker, der mit seiner eigenen Partei rund 10 Prozent der Befragten hinter sich weiß.

Wenn Tsai gewinnt, stünde erstmals eine Frau an der Spitze des Inselstaats. Bei den Wahlen vor vier Jahren war die heute 59-jährige Juristin schon einmal Spitzenkandidatin der Opposition. Damals litt ihr Image aber noch unter den Korrup­tions­skandalen ihres DPP-Vorgängers Chen Shuibian.

Im Fall ihres Wahlsiegs fürchtet die Führung in Peking, dass die – von der KMT-Regierung unter dem derzeitigen Präsidenten Ma Ying-jeou betriebene – Annäherungspolitik zurückgenommen werden könnte. Tsai versichert zwar, sie wolle die Verhandlungen mit dem Festland fortsetzen, aber „im Einklang mit dem Willen des taiwanischen Volkes“. Rund 60 Prozent der Befragten wünschen sich mehr Distanz von China. LEE

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