: Wenn einen die Konkurrenz nicht ruhen lässt
Zu fünft sind sie. Ein kunstinteressierter Teenager mit Vater, Mutter, Großmutter und Urgroßmutter, wie wir später erfahren. Wie L. und ich besuchen sie an diesem heißen Tag den Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal. Der liegt am Hang in einer traumhaften Parkanlage um die unter Denkmalschutz stehende Villa Herberts aus dem Jahr 1949. 2006 kaufte sie der Bildhauer Tony Cragg und legte den Skulpturenpark an – mit eigenen Werken und denen anderer Künstler:innen.
Wir schauen gemeinsam von einem Aussichtspunkt auf die weiter unten gelegene Villa mit teewurstfarbener Fassade herab und überlegen, welche Farbe besser wäre. „Ein kräftiges Rotbraun“, sagt schließlich der Jugendliche, das wäre komplementär zum Grün der hohen Bäume. Er hat recht.
Wuppertal-Hesselnberg
2.500 Einwohner*innen.
Das durch den Skulpturenpark Waldfrieden bekannte Wohnquartier ist einem vielleicht auch durch die Filmkunst vertraut: Teile der Komödie „Manta Manta“ mit Til Schweiger wurden hier gedreht.
Sein Farbverständnis könnte er von seiner Urgroßmutter geerbt haben, die ein interessant geschnittenes Oberteil in hellem Türkis trägt. „Das ist sehr schön“, sage ich zu ihr, „es steht Ihnen.“ „Man tut, was man kann“, antwortet sie, „die Konkurrenz schläft nicht!“ Ihre Enkeltochter zieht eine Augenbraue hoch. „In deinem Alter dünnt die langsam aus.“ Im September wird die Frau in Türkis, die ihren Rollator den Hang hochgeschoben hat, 99. Eiken Bruhn
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