: Wenn einem ein Zuruf noch mal Beine macht
Um 11.10 Uhr geht es los. Zumindest für die Läufer*innen aus Gruppe G, die das Ziel in maximal zwei Stunden und dreißig Minuten erreichen wollen. Über 40.000 Läufer*innen haben auf diesen Tag gewartet. Sie tragen Kostüme und Glitzer im Gesicht, laufen in Gruppen oder allein und doch gemeinsam. Sie ziehen vorbei an der Siegessäule, am Ku’damm und Potsdamer Platz. Ist das der Berliner Halbmarathon oder doch eine Sightseeing-Tour?
Nach einer Stunde sind die ersten 10 Kilometer geschafft. Keine Chance für einen Durchhänger: Vom Streckenrand schallt Musik, es wird getrommelt und gerufen. Tausende Zuschauer*innen stehen stundenlang an der Straße, sie haben Schilder gebastelt und feuern ihre Liebsten an – oder völlig Fremde. Wer hier wen kennt, spielt für einen Augenblick keine Rolle.
Berlin-Mitte
108.200 Einwohner*innen.
Wer den Ortsteil lieber kontemplativ statt sportlich durchmessen will, hat da mit der auf der Museumsinsel verstauten Kunst genug zu tun. Eine Jahreskarte für die Museen gibt es ab 25 Euro.
Die letzten 5 Kilometer führen vorbei am Fernsehturm und der Museumsinsel. „Los Martha, du schaffst das!“, ruft jemand vom Rand der Strecke. Wir sind uns noch nie begegnet, aber mein Name steht direkt über der Startnummer, die an meinem Oberteil befestigt ist. Wie beflügelt laufe ich schneller. Martha Lippert
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