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Wenn die Schanze auch touristisch gesehen wird

Vorm türkischen Fischimbiss am Schulterblatt ist es voll, wie immer um die Mittagszeit. Kein Wunder, der Fisch ist ein Gedicht. Wir schielen auf den Tisch eines Paars, das schon gegessen hat. Wir sollen doch schon Platz nehmen, sagen sie.

Die beiden sind aus Aschaffenburg und genießen, wie schön kühl es in Hamburg ist. Gekommen sind sie wegen eines Musicals: „Michael Jackson“. Und weil sie schon da waren, haben sie sich am Vorabend auch „Zurück in die Zukunft“ angeschaut. War aber schwer zu verstehen, wenn man den Film nicht kennt.

Hamburg-Sternschanze

7.700 Ein­wohner*innen.

Das Schanzenviertel hat wohl fast so viele Kneipen wie Einwohner. Seit Jahrzehnten dominieren Portugiesen die Gastronomie, während die meisten Italiener dem Vernehmen nach in albanischer Hand sind.

Ob es hier eigentlich auch noch Gastronomie in deutscher Hand gebe, fragt er. Wir sehen einander fragend an. Gibt es? Ach ja, dieser klitzekleine Laden in der Nebenstraße, wo das Essen um kurz nach eins immer schon alle ist. Aber sonst? Na, egal. „Und dieses rote Ding da …?“, fragt er und zeigt die Straße runter. Er kriegt den Namen nicht zusammen. „Rote Flora?“, helfen wir aus. „Ja, genau. Ist das irgendwas mit der SPD?“ Wir müssen lachen. „Nee, autonome Szene“, sagen wir. Er schaut irritiert. „Linksradikale“, setzen wir nach. „Die SPD wollte die eigentlich immer weghaben. Aber irgendwann hat sie auch gemerkt, dass die Flora ein Standortfaktor ist.“ Jan Kahlcke

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