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Wenn die Klinik einem den Schlaf raubt

OP gelungen, Patient tot. Nein, nicht tot, aber todmüde. Das Klinikum Bremen-Mitte hält es für eine gute Idee, die ersten Patienten bereits um 6 Uhr morgens antanzen zu lassen, wenn sie irgendwann am Vormittag operiert werden sollen.

Auf mich wartet eine Augen-OP mit lokaler Betäubung, aber stationärer Unterbringung. Um 6.20 Uhr ist die Anmeldung erledigt, und ich darf mich für die nächsten Stunden hinlegen; der Eingriff ist erst für 9.20 Uhr geplant. „Sie können ja ein bisschen schlafen“, meint eine Pflegerin. Doch jetzt ist daran nicht zu denken: zu aufgedreht der Kreislauf, zu laut das Donnergrollen der Rollwagen auf dem Stationsflur. Erst kurz nach 9 geht es zum OP-Vorbereitungsraum, vorbei an stehen gebliebenen Uhren.

Bremen-Östliche Vorstadt

29.300 Ein­wohner*innen,

beherbergt mit dem Steintorviertel das Szeneviertel der Stadt. Das Klinikum Bremen-Mitte liegt direkt daneben.

Auch die Hoffnung, den Schlaf in den Nächten danach nachholen zu können, zerplatzt: Die Fensterjalousien im Patientenzimmer öffnen sich automatisch schon im Morgengrauen. Genesungsschlaf ist hier nicht vorgesehen. Immerhin hilft Schlafentzug angeblich gegen Depressionen. Sollte ich jemals depressiv werden, lasse ich auch noch mein anderes Auge operieren. Eckhard Stengel

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