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Wenn der Dänenprinz friesisch spricht

„Weese unti ai weese, dåt as heer e frååge!“ – weltberühmt wäre dieser Satz, wäre Hamlet Friese gewesen. Übertragen hat ihn Ingwer Nommensen, ein Lehrer aus Niebüll. Der 41jährige hat eine Leidenschaft: Er spielt Theater und schreibt selbst die Stücke dazu – in seiner Heimatsprache.

Begonnen hat alles vor zwölf Jahren. Die Mitglieder des Jugendvereins „Rökesloose“ (Rabengruppe) ärgerten sich über die zunehmende Kommerzialisierung des traditionellen Biekebrennens. Bei dem Fest kam den jungen Friesen die eigene Sprache zu kurz, und sie begannen, Theaterstücke auf Friesisch aufzuführen. Aus der Jugendgruppe wurde mit der Zeit eine der renommiertesten friesischen Theatergruppen.

Deren Stücke schreibt Nommensen, der auch selbst auf der Bühne steht. Ein Dutzend ist inzwischen zusammengekommen, die Themenpalette ist breit. Detektivgeschichten, Historisches oder Zeitkritik – wichtig ist dem Lehrer nur eines: „Ich will zeigen, daß Friesisch nicht nur dazu da ist, Ohnsorg-Qualität auf die Bühne zu bringen.“ Und daß es „eine voll intakte und lebende Sprache ist“.

Genau das ist auch das Anliegen des Nordfriesischen Instituts in Bredstedt. Deswegen hat es in diesem Jahr erstmalig einen Theaterwettbewerb ausgeschrieben. 20 Autoren schickten ihre Stücke ein. Erster Preisträger: Ingwer Nommensen. Sein „Kining Abel“ (König Abel) handelt wieder von einem Dänenkönig, diesmal allerdings einem historisch belegten. wal/lno

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