: Wenn der Abend fast auf der Polizeiwache endet
Boxhagener Straße, Berlin-Friedrichshain „Szeneviertel mit einem lebendigen Nacht- und Kulturleben, das über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist.“ (Wikipedia)
Wir waren uns unsicher gewesen, ob man bei den Inzidenzen überhaupt noch rausgehen sollte. Aber es war schließlich Freitagabend und wir bekamen bald den altbekannten „Hunger danach“. Also entschieden wir uns für dieses asiatische Restaurant mit den geilen frittierten King Prawns in der Nähe des „Boxi“.
Plötzlich Polizei. Eine Truppe aus etwa zehn bewaffneten Staatsdiener:innen verteilt sich im Raum, weitere fünf versperren den Ausgang. Wen suchen sie hier? Ist das eine Razzia? Ich starre zum Tresen, wo die Kellner:innen überraschend ruhig bleiben. Dann rüber zu der jungen Polizistin, die streng Befehle ausführt: Tür bewachen. Keine:n raus und keine:n reinlassen. Wir schauen uns in die Augen – ihre wach, meine rot. Bloß nicht lachen, denke ich. Dann die erlösenden Worte: „Impfnachweise, bitte.“ Ah, kein Problem, denke ich. Doch der Bildschirm ist schwarz. Akku alle. Ich starte neu. Warte. Ein dünner roter Balken leuchtet oben rechts. „Bitte, ganz schnell, ich habe nur noch drei Prozent.“ Der Polizist scannt den Code, checkt keinen Ausweis, nickt, geht. Noch mal Glück gehabt! Später im Park bauen wir uns dann einen zweiten. Ruth Fuentes
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