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Wenn Kinder mal ganz unterschiedlich laut sind

Jeden Sonntag spielen zwei Kinder in ihrer Straße Polizei. Stundenlang brüllen sie Tatütata, verstärkt vom Widerhall der Altbremer Reihenhäuser links und rechts. Ihre Eltern sitzen vor ihren bunt gestrichenen Häusern, trinken Kaffee und sehen dem Nachwuchs beim Spielen zu. Es ist wirklich sehr laut, aber die Nach­ba­r:in­nen scheinen es mit Fassung zu tragen. Vielleicht denken sie: Irgendwie gehört Kinderlärm ja auch zum Leben dazu, ist doch schön, wenn sich Kinder in den Städten nicht mit ihren Spielkonsolen drinnen verstecken.

Aber diese Einstellung gilt offenbar nicht für alle Kinder: Vor ein paar Tagen spielten sechs Jungs und drei Mädchen zwischen fünf und zwölf Jahren dort, alleine, ohne Eltern unterwegs. Sie unterhielten sich lautstark, lachten und tobten herum, manchmal schrien sie sich übermütig an. Keine fünf Minuten vergingen und jemand beschwerte sich über den Lärm. „Leiser!“, rief eine Stimme, „ihr seid zu laut!“

Bremen Neustadt

47.000 Ein­wohner*innen,

der bevölkerungsreichste Stadtteil Bremens. Etwa 6.500 von ihnen sind 18 Jahre oder jünger. In anderen Stadtteilen gibt es anteilig mehr Kinder und Jugendliche.

Traute sich die Person etwas zu sagen, weil keine Erwachsenen dabei waren? Oder „störten“ diese Kinder, weil ihre Haare dunkel sind und ihre Sprache nicht deutsch? Für einen Moment verstummten die Kinder, riefen „Entschuldigung“ – und spielten weiter. Eiken Bruhn

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