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Weniger Asylbewerber

■ Asylbewerberzahl sank auf ein Drittel des Standes von 1992 / Kanther mault

Bonn (AP) –Die Zahl der neu registrierten Asylbewerber ist in Deutschland 1994 auf rund 127.000 gesunken, 60 Prozent weniger als 1993 und weniger als ein Drittel der Asylsuchenden 1992. Bundesinnenminister Kanther (CDU) wertete die Statistik als Beleg dafür, daß das seit Juli 1993 geltende neue Asylrecht greife, meinte aber, vor einer „unverantwortlichen Sogwirkung“ warnen zu müssen, die durch die Diskussion über den Abschiebestopp entstehe.

Laut Innenministerium sollen im vergangenen Jahr etwa 195.000 Menschen um Asyl nachgesucht haben. Die größte Gruppe machten weiterhin Menschen aus Serbien und Montenegro aus, die mit rund 30.000 Asylsuchenden ein Viertel aller Bewerber stellten. Zusammen mit rund 7.300 Flüchtlingen aus Bosnien-Herzegowina, rund 1.000 aus Makedonien und knapp 540 aus Kroatien machte der Anteil der Asylbewerber aus dem ehemaligen Jugoslawien fast 39.300 Menschen aus. Aus dem Nato-Partnerland Türkei kamen rund 19.000 Flüchtlinge.

Die monatlichen Asylbewerberzahlen waren im vergangenen Jahr zunächst kontinuierlich zurückgegangen, seit November aber wieder auf mehr als 12.000 Menschen gestiegen. Von den rund 352.600 Flüchtlingen, über deren Anträge das Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge im vergangenen Jahr entschied, wurden nach Angaben des Innenministeriums 7,3 Prozent als asylberechtigt anerkannt. Damit hätten knapp 26.000 Flüchtlinge endgültig Aufnahme gefunden.

Gut 10.000 Asylanträge wurden abgelehnt, die Menschen genossen aber wegen der Situation in ihrem Herkunftsland Schutz vor Abschiebung.

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