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Weiblicher Billy Graham

■ Protestanten setzen auf elektronische Medien

Die Frauen in der Bremischen Evangelischen Kirche sollen per Bildschirm in die Kirchen zurückgeholt werden. Nach dem Vorbild der erfolgreichen Aktion „Pro Christ '93“ des amerikanischen Predigers Billy Graham plant der Kirchenausschuß der BEK eine mediale Großoffensive. „Speziell geschulte Frauen und Prominente sollen über ein ähnliches Mediennetzwerk zur Frau in der Kirche Stellung nehmen“, erklärte Inge Gurlit vom Kirchenausschuß. Interessierte Frauen und Männer in den Gemeinden können die Vorträge am Bildschirm verfolgen und darüber diskutieren.

„Die technische Ausrüstung ist von der Pro Christ-Aktion ja noch da“, sagt Olaf Droste von der BEK. Gleichzeitig solle mit der Aktion an der Basis der Gemeinden das Gespräch über Frauenthemen in Politik und Theologie wieder aufgenommen werden. Der Versuch der technologischen Reformation hat aber vor allem den wachsenden Unmut der Frauen an der evangelischen Kirche in Bremen als Ursache. Letzte Woche lehnte der von Männern dominierte Bremische Kirchentag die Einrichtung einer Frauenbeauftragten in der Kirche ab. In den Gemeinden regt sich Widerspruch: „Was das wieder kostet“, heißt es da und „da haben sie wohl die Worte Medien und Mädchen verwechselt.“ bpo