produkttest: Weckt schlafende Hände
Kaffee kann man nicht mehr einfach nur trinken. Ständig wird man aufgefordert, ihn zu genießen, wertzuschätzen, zu feiern. Kaffee wird dauernd mit Attributen versehen, fruchtig, schokoladig, fair, nussig, zart, präsent.
Und jetzt gibt es Kaffeeseife. Hergestellt in Wuppertal, erhältlich unter www.kaffeeseife.org. Selbstverständlich ein Lifestyleprodukt: nachhaltig (palmölfrei), menschlich (hergestellt von Menschen mit Behinderung), belebend (Peeling durch Kaffeesatz). Dieser Seife kann man einfach nicht böse sein.
Das Ding ist ja bloß: Kaffee muss man schnell trinken, sonst wird er kalt und eklig. So ist es auch bei der Kaffeeseife. Der Anfang ist toll, die Hände riechen gut, die Kaffeesatzreste kitzeln leicht beim Einseifen. Aber je länger die Seife daliegt und abgeschäumt wird, desto mehr gleicht sie sich ihrer Umgebung an. Aus Milchkaffeebraun wird Emaillegelb, das letzte Drittel ist gummiartig und zäh. Also: Man muss den Kaffee wegseifen, solange er frisch ist. Philipp Daum
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen