: Was das Duale System kostet
■ Umweltminister Töpfer hat dem Grünen-Punkt-System Finanzhilfe zugesagt, bezahlen müssen die privaten Haushalte
Bonn (dpa) – Die SPD-Fraktion im Bundestag will dem Dualen System „die Grundlage entziehen“, sagten gestern die Abgeordneten Marion Caspers-Merk und Michael Müller. Der Grüne Punkt sei inzwischen „zu einem Abkassierungsmodell ohnegleichen“ geworden. Schon jetzt müsse, rechnen die Politiker vor, eine vierköpfige Familie für die Müllsammelgebühren des Dualen Systems monatlich etwa 200 Mark für die entsprechend erhöhten Preise der Produkte des täglichen Bedarfs bezahlen. Nach der für 1. Oktober vorgesehenen drastischen Gebührenerhöhung stiegen die Kosten voraussichtlich auf 600 bis 700 Mark.
Der SPD-Antrag zielt auf eine sofortige Rücknahmepflicht der Verpackungen durch den Handel, und eine Pfandpflicht für Getränke- und andere Verpackungen. Einwegverpackungen seien überall da zu verbieten, wo es eingeführte Mehrwegsysteme gebe. Eine Offenlegung der Kosten für Sammeln, Sortieren und Verwerten wird in dem Antrag ebenso verlangt wie ein generelles Verbot unökologischer Verpackungen.
Unter Hilfestellung von Umweltminister Klaus Töpfer (CDU) war in der vergangenen Woche eine finanzielle Absicherung mit Hilfe der Industrie erreicht worden, ferner eine Vereinbarung über die Gründung einer besonderen Verwertungsgesellschaft für Kunststoffverpackungen. Morgen soll die Gesellschafterversammlung des Dualen Systems über den weiteren Kurs entscheiden.
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