: Was Linke lesen
Für den Altpublizisten Erich Kuby sind die Wege der neuen Bundesrepublik längst vorgezeichnet: Nach 40 Jahren „Ferien“ ein „neues Großreich“. Kuby wehrt sich dagegen, daß „Wendehälse“ behaupteten, man sei in einer Umbruchphase und nichts wäre mehr so, wie es war. Für den Autor, dem der Krieg als junger Soldat zentraler Lehrmeister war, hat sich seine „Antiposition zum deutschen Treiben“ im Lauf des Lebens zementiert. Der „heimatlose Linke“ oder „negative Nationalist“ (Klappentext) rechnet in einzelnen Kapiteln mit so ziemlich allem ab – von Kohl bis Stolpe und Honecker oder Gauck, mit der „geschlossenen Anstalt“ Gesellschaft, dem deutschen Volk ohne Willen. Oft zitiert er sich selbst. Kuby, die Kassandra? Er selbst spricht vom „bescheidenen Kritikerröllchen“. Deutsche Perspektiven? Düster, düster, wie gehabt. Doch da! Licht am Horizonte: Der nächste Kuby, er kommt bestimmt.
Erich Kuby: „Deutsche Perspektiven. Unfreundliche Randbemerkungen“. Konkret Literatur Verlag, 15 DM
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