: Warnstreiks in Ost-Berlin
Im öffentlichen Dienst Ostberlins hat es gestern auch nach der Ankündigung des Senats über eine Einkommensangleichung erneut Warnstreiks gegeben. Diese konnten nach Gewerkschaftsangaben trotz des Gesprächsangebots des Innensenators nicht mehr abgesagt werden. Der Senat verurteilte die Streiks. Der Regierende Bürgermeister forderte den Innensenator auf, gegen die Streikaktionen strikt vorzugehen. Von den zweistündigen Arbeitsniederlegungen waren Kindertagesstätten in Lichtenberg, Weißensee und Marzahn betroffen. Nach Angaben von ÖTV und GEW beteiligten sich 5.000 Erzieherinnen und Erzieher an den Warnstreiks, in mehreren Bezirksämtern weitere 3.000 Beschäftigte. Nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei streikten auch 250 Beschäftigte in Polizeidirektionen sowie Melde- und Zulassungsstellen. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder will sich auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung mit dem Vorhaben befassen. Bei anderen Bundesländern herrsche großer Unmut über den Alleingang Berlins. Eine Sprecherin der GEW sagte, ein Hinausschieben der 100 Prozent bis Ende 1996 sei für die Beschäftigten „inakzeptabel“.
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen