: Waren die Mayas Militaristen?
Jüngste Ausgrabungen von Schriften, deren Inhalt amerikanische Forscher erst jetzt zu entziffern beginnen, zeichnen die Gesellschaft der Mayas in ihrer kulturellen Blütezeit von 250 bis 900 n. Chr. als kriegerisches und von Gewalt geprägtes Volk. Der wachsende Militarismus der Mayas in Mittelamerika könne zu ihrem eigenen Untergang geführt haben. Die Bevölkerung der Mayas, spekulieren Anthropologen, habe sich aufgrund zunehmender Belagerungskämpfe in städtischen Zentren konzentriert, die ausgeklügelte landwirtschaftliche Bebauung des Regenwaldes vernachlässigt und damit ihrer Existenz den Boden entzogen. „Die Mayas waren eine der gewalttätigsten Gesellschaften auf Staatsebene“, schließt Dr. Arthur A. Demarest von der Vanderbilt Universität aus den Maya-Zeichen, die sein Team in Guatemala freilegte. Nach seiner Ansicht ist mit der fortschreitenden Entzifferung der komplexen Maya-Hieroglyphen, die lange als unverständlich galten, eine „Wende“ in der Erforschung der Maya-Kulturen eingetreten.
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