: Wanzen küssen dich zu Tode
Die Tiergeschichte und möglicherweise sogar der Brehm muß umgeschrieben werden: Schätzten wir doch bisher Wanzen aller Art als kleine possierliche Untermieter, die in den Fugen unserer Keller- und Küchenräume ein bescheidenes, aber geselliges Dasein fristeten, so erreichen uns in diesen Tagen Meldungen schlimmsten Wanzenwahnsinns aus Mittelamerika. In Honduras sind in letzter Zeit vermehrt sogenannte küssende Insekten aufgetaucht, die sich in großer Zahl vor allem in den Elendsquartieren einquartieren. Einmal heimisch, bilden sie große Kolonien, die sich nächtens zu mordenden Grüppchen zusammenrotten. Als „küssende Insekten“ überfallen sie die Menschen im Schlaf, bahnen sich den Weg zum Mund und lassen sich dort nieder. Dann stechen sie zu, saugen Blut und lassen ihren Kot zurück. Auf diese Weise haben die Wanzen bereits 300.000 Menschen mit dem tödlichen „Chaga“-Erreger infiziert.Foto: Rolf Schulten
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen