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■ Waigel lobt und ermutigt auf AsienreiseIndonesischer Zentralbankchef entlassen

Seoul (dpa) – Indonesiens Präsident Suharto hat angesichts des wachsenden Konflikts mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) den Gouverneur der Notenbank, Sudrajat Djiwandono, ausgewechselt. Zum neuen Chef der Zentralbank ernannte er einen der Direktoren, Sjahril Sabirin. Hintergrund der Entlassung sollen unterschiedliche Auffassungen über die künftige Währungspolitik des Landes sein. Djiwandono hatte sich gegen Suhartos Absicht ausgesprochen, den Wechselkurs der Landeswährung Rupiah fest an den amerikanischen Dollar zu binden.

Unterdessen ist Finanzminister Theo Waigel gestern zu Beginn seiner fünftägigen Asienreise in Süd-Koreas Hauptstadt Seoul eingetroffen. Nach seinen Angaben sollen Süd-Koreas angeschlagene Unternehmen ihre Schulden offener darlegen. Für eine solche Öffnung habe sich Staatspräsident Kim Dae Jung ihm gegenüber ausgesprochen, berichtete Theo Waigel.

Waigel nannte die „ersten Reformerfolge ermutigend“. Die Neuordnung des Bankensektors sei in Gang gekommen, lobte Waigel. Die Zentralbank sei stark genug, um übermäßige Kapitalabflüsse abzuwehren.

Dagegen äußerten Vertreter der deutschen Kreditwirtschaft in Seoul die Sorge, daß aufgrund von Verschleierungen in den Unternehmen das wahre Ausmaß der Verschuldung des Landes nicht bekannt sei. „Hier lauert noch Gefahr“, sagte ein Manager der Bayerischen Landesbank. Bedrückend sei die Gesamtverschuldung Süd-Koreas, die offiziell mit mehr als 150 Milliarden US-Dollar angegeben wird. Hier sei mehr Transparenz erforderlich. Nach Angaben von Waigel ist Deutschland mit 10 Milliarden Dollar nach Japan der zweitgrößte Kreditgeber Süd-Koreas.

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