piwik no script img

Wahlkrise in Tschad

Präsident Déby mit 67 Prozent zum Wahlsieger erklärt. Sämtliche Oppositionsführer kurzzeitig verhaftet

NDJAMENA afp/taz ■ Tschads Wahlkommission hat den amtierenden Präsidenten Idriss Déby zum Sieger der Wahl vom vorletzten Sonntag erklärt. Bei einer Wahlbeteiligung von über 80 Prozent habe Déby 67,35 Prozent der Stimmen bekommen, sein Hauptgegner Ngarlejy Yorongar 13,94 Prozent, so die Kommission am Sonntagabend. Yorongar und die anderen fünf Gegenkandidaten Débys hatten zuvor den Sieg Yorongars reklamiert und vor massivem Wahlbetrug gewarnt. Während sich Anhänger beider Seiten gestern zu Demonstrationen rüsteten, nahm eine Elitepolizeieinheit alle sechs Oppositionskandidaten für einige Stunden fest und ließ sie erst gegen Mittag wieder frei.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen