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Vor der Fahrt ins Umland beginnt die Ticketsuche

■ Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg startet am Donnerstag mit Mankos

Noch genau 48 Stunden, dann startet der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB). Uwe Stindt, Geschäftsführer des VBB, und der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) schwärmten gestern vom „flächenmäßig größten Verkehrsverbund in Europa“ und einer „reizvollen Alternative“ zum Individualverkehr. Aus 16 unterschiedlichen Tarifsystemen wird damit ein Tarifraum. Jetzt kann mit einem Fahrausweis Berlin und fast ganz Brandenburg durchfahren werden. Es fehlen noch die drei südbrandenburgischen Bezirke Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße samt Cottbus.

Ein weitaus größeres Manko zum österlichen Start des Verkehrsverbundes am 1. April: Will der Berliner ein Ticket für eine Fahrt ins Umland kaufen, muß er einen Schalter oder einen der wenigen umgerüsteten Automaten finden, an dem er es bekommt. Die hat bisher jedoch nur die S-Bahn in ausreichender Menge aufgestellt. Bei der BVG gibt es die neuen Fahrscheine nur an einigen wenigen U-Bahn-Schaltern und Verkaufsstellen.

Eigentlich wollte die BVG 600 für die neuen Fahrkarten taugliche Drucker in Bussen und Automaten installieren. Doch bisher sind nach Angaben von Uwe Stindt nur 40 Drucker betriebsbereit. Mehr Drucker seien wegen fehlender Senatsgelder derzeit nicht möglich, sagt die BVG. „Damit schadet die BVG vor allem sich selbst. So entgehen ihr zehn Prozent des Fahrpreises, die der Verkäufer der Tickets einbehalten darf“, so Stindt weiter.

Auf Kritik stieß unter den Verkehrsexperten der Berliner Fraktionen außerdem die komplizierte Tarifstruktur des Verkehrsverbundes. Die sei „selbst von Stammgästen nur schwer nachvollziehbar“, sagte Jutta Matuschek von der PDS. Der grüne Verkehrsexperte Michael Cramer sprach von einem „Tarifwirrwarr“. Käthe Zillbach von der SPD urteilte, daß das zu erwartende Chaos vor den Automaten „berlinspezifisch normal“ sei. Jens Wieseke vom Berliner Fahrgastverband betonte gestern, es gebe „Ungereimtheiten hoch drei“. Schon in wenigen Jahren werde man das System „radikal überarbeiten, da es nicht durchhaltbar ist“. zel, ges

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