piwik no script img

Vierbeiner im Glück

Willkommen im Herbstloch der Tiere

Ja, ist denn schon wieder Sommer? Haben wir jetzt auch im Herbst ein Sommerloch? Aus dem alle Arten von Tieren gekrabbelt kommen? „Mögliche Großkatze im nördlichen Rheinland-Pfalz gesichtet“, meldete die Jagdagentur dpa am Mittwoch. Das Tier sei in einem Wald bei Altenahr unweit der Grenze zu Nordrhein-Westfalen entdeckt und fotografiert worden und werde für eine Raubkatze gehalten, heißt es. Und wann melden die Ticker die ersten Krokodile am Baggersee? Oder Kühe, die in den Wald geflüchtet sind? Ha! Da! Ist! Sie! Auch! Schon! „Kuh flieht vor Schlachter – und findet bei Schafen ihr Glück“, meldete die Happiness-Agentur dpa. Die Kuh namens „Mücke“ habe sich erst in den Wald gerettet, dann einer Schafherde angeschlossen, wobei es „die Schafe nicht störte“, eine Riesenmücke unter sich zu haben. Schließlich fand die Ausreißerin ein neues Zuhause auf einem Gnadenhof im hessischen Alsfeld. Und wem das noch nicht an Beglückung reicht, dem geben wir hiermit den Rest: „Feuerwehr rettet Meerschweinchen aus brennendem Haus.“ Rettungskräfte hätten in Wiebelskirchen die zwei Nager vor dem Flammentod bewahrt. Wie tapfer, niedlich, herzig! Wir brauchen gar kein Sommerloch mehr. Wir sind endgültig im Glücksherbst angekommen.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen