: Viagra nur für Reiche
■ Krankenkassen übernehmen Kosten für die Pille auch nicht bei Impotenz als Folge einer Krankheit
Berlin (taz) – Die Kosten für die neu entwickelte Potenzpille Viagra müssen Männer ausnahmslos selber zahlen. Dies beschloß gestern der Bundesausschuß Ärzte und Krankenkassen. Formal handelt es sich um eine vorläufige Entscheidung des Ausschusses; in den kommenden drei Wochen werden noch mögliche Betroffene angehört. Doch Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer (CSU) sagte bereits, er werde diese Entscheidung mittragen. Ärzte und Krankenkassen lehnen eine Kostenübernahme auch dann ab, wenn die Männer nachweisen können, daß ihre Potenzprobleme krankheitsbedingt sind. Würde das Mittel etwa für Diabetiker zugelassen, gebe es schwierige Abgrenzungsprobleme zu massenweisem Mißbrauch, hieß es in einer Stellungnahme des Ausschusses. Eine Ausnahmeregelung sei „nicht machbar“, sagte der Vorsitzende des Ausschussses, Karl Jung.
Kassen und Ärzte fürchten, daß die Kosten im Gesundheitswesen explodieren, dürften Ärzte die Pille auf Chipkarte verordnen. Zudem könne auch Mißbrauch im großen Umfang betrieben werden. roga
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